Rav Laitman beantwortete Frauenfragen im Rahmen des Toronto-Kongresses. 1. Woran dachten Sie, als Sie sagten, dass die Frauen in den USA die Gelegenheit ergreifen sollten? 2. Sie sagten, dass es schwierig sei für die Frau, das Gebot von „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ einzuhalten. Wie kann man innere Arbeit vollbringen, ohne dieses anzustreben? 3. In unserer Gruppe nehmen die Frauen an allem teil und „schieben“ die Männer voran. Im Endeffekt haben sie die Führungsrolle übernommen? 4. Hindern dadurch die Frauen die Männer dann nicht in ihrer Entwicklung? 5. In den meisten Fällen studieren unsere Ehemänner keine Kabbala. Macht das einen Unterschied oder können wir trotzdem durch unsere Männergruppe empfangen? 6. Was ist mit der notorischen Emanzipation, die den Frauen auferlegt ist? 7. Wie bilden die Frauen die Absicht? 8. Es gibt doch so viele Frauen, die in gemischten Gruppen studieren. Wie können wir garantieren, dass wir die Männer nicht stören und ab wann sollte man eine getrennte Gruppe bilden? 9. Sie sagten, dass wir den Männern nicht im Wege stehen sollen – woran merken wir, dass wir das tun? 10. Sie gaben den Frauen die Aufgabe, den Männern zu helfen und das ist uns klar. So sieht die Familie aus: vier Wände und Pflichten. Manchmal möchte man aber nicht in diesen vier Wänden sein oder zum Abwasch zurückkehren. 11. Wie soll sich die Frau dann zuhause verhalten? Wie kann sie es vermeiden, dass sie das Heim zugunsten der Kabbala vernachlässigt? 12. In unserer Welt arbeiten Frauen nicht nur zuhause. Sie arbeiten ganztags Seite an Seite mit den Männern. Wie kann man am besten Hausarbeit, Beruf und die Arbeit für den spirituellen Aufstieg miteinander verbinden? 13. Die Frauengruppe trifft sich gleichzeitig, wenn es Live Lektionen von BB gibt. Was ist besser – diesen Lektionen zuzuhören oder Artikel zu lesen? 14. Wenn mein Mann nicht Kabbala studiert, kann ich dann meine Gefühle mit ihm teilen? Er ist gegen die Kabbala und ich würde ihn gern vom Gegenteil überzeugen. Einführung: Es gibt mehr Frauen als Männer auf der Welt. Und selbstverständlich geht die Frauen die Frage, wie man den Zweck der Schöpfung erreichen kann, nicht weniger als die Männern an. Es gibt da keine Wahl; Frauen müssen die Wissenschaft der Kabbala ebenfalls meistern. Wie können wir uns jedoch in das Ebenbild der Höheren Welt verwandeln? Das ist unser Ziel und darin gibt es keinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Jeder von uns hat einen egoistischen und altruistischen Teil. Die Schwierigkeit liegt im Übergang von einem zum anderen. Und ist dieser für Mann und Frau gleich? Grundlegend nein. Die Methode ist leicht unterschiedlich; spirituell ist sie die gleiche, doch wenn man sie auf diese (unsere) Welt bezieht, dann sieht man einen kleinen Unterschied. Weil die Frauen auf dem irdischen Level etwas anders sind als die Männer. Sie besitzen bestimmte egoistische Wünschen und somit ist ihr Weg natürlich ein wenig anders. Der Weg des Mannes besteht darin, dass er eine Gruppe bildet und mit seinen Freunden zusammen arbeitet, um die Grenzen seines Selbst zu überschreiten und außerhalb von sich selbst in Verbindung mit den anderen zu existieren. Um es anders zu sagen muss er eine komplette Übereinstimmung der Form mit dem Schöpfer erreichen (der Schöpfer ist durch Parzuf Seir Anpin -männlicher Teil- dargestellt, der dem Parzuf Arich Anpin ähnelt). Eine Frau bedarf all dessen nicht. Sie kann und wird niemals so sein, da die Wurzel ihrer Seele völlig anders ist. Für eine Frau, die in einer Gruppe arbeitet, gibt es andere Anforderungen als für die Männer. Sie hat es nicht nötig, ihre Grenzen um ihrer Freundin willen zu überschreiten und sich ihr komplett zu widmen. Sie sollte auch nicht ihre Wünsche denen der anderen Frauen gleichmachen, damit ihr Kli zu ihrem wird. Einer Frau gelingt dies nicht und es wird auch nicht von ihr verlangt. Sie muss nur dem Mann bei der Verbindung zur Gruppe helfen. So wie überall auf der Welt besteht die Arbeit der Frau darin, schöpferisch tätig zu sein, zu unterstützen, verbreiten und zu helfen. Wenn sie dem Mann hilft, kommt sie ebenfalls spirituell voran. Eine Frau braucht nicht auf ihre Individualität zu verzichten (was diese betrifft, so ist sie ganz und gar identisch mit Malchut). Arbeitsmäßig unterstützt sie nur die Männergruppe. Die zentrale Frauengruppe in Israel basiert auf diesem Prinzip und arbeitet ausschließlich auf diese Weise mit der Männergruppe zusammen. Wir versuchen, dieses Prinzip auch in Israel mit den außerhalb existierenden Gruppen einzusetzen, in denen die Anzahl der Frauen überwiegt (im Allgemeinen sind es doppelt so viele Frauen wie Männer, die sich mit der Kabbala beschäftigen). Obwohl die Frauen auch das Material studieren, so verbinden sie sich nicht so wie die Männer in der Gruppe. Frauen kommen bei der Verbreitung und Unterstützung der Männergruppe auf verschiedene Art und Weise zusammen und das ist ihre Hauptarbeit. Diejenigen, die damit nicht zurechtkommen, sollten sich auf die kabbalistischen Quellen konzentrieren, damit sie den Unterschied zwischen der männlichen und weiblichen Seele herausfinden können und somit sehen, warum dies so ist. Wir müssen uns unbedingt um die richtige Verwirklichung unserer Bestimmung kümmern. In allem anderen arbeiten die Frauen genauso wie die Männer und meistens sogar mehr. Der Mann meistert die „Lehre der Zehn Sfirot“; er zieht durch das Studium das Höhere Licht auf sich. Eine Frau ist nicht verpflichtet dazu, da sie das Höhere Licht generell durch die Arbeit der Männer in der Gruppe empfängt (Baal HaSulams Erklärung in Punkt 155 im Vorwort „Vorwort zu den Lehren der zehn Sfirot“) Auf diese Weise bleibt die Frau in zweierlei Hinsicht passiv: sie zieht nicht das Höhere Licht auf sich und schafft kein eigenes Kli, um dieses Licht zu empfangen. Dies bedeutet, dass sie in beiden Fällen als Katalysator wirkt aber selbst nicht entscheidend ist. Unsere Natur ist wie immer zweiseitig. Ähnlich wie in unserer Welt kann man den Eindruck erhalten, dass die Frau an zweiter Stelle steht, die Wahrheit jedoch ist, dass alles von ihr abhängt: sie gebiert, erzieht, bestimmt die Richtung und Begrenzungen im Leben. Ein Mann herrscht im Entwicklungsprozess vor, wobei die Frau dafür sorgt, dass diese Entwicklung stattfindet. Die richtige Trennung von Mann und Frau ist nicht so einfach. Sie ist eine sehr delikate Angelegenheit und oft unklar, weil man den Eindruck gewinnen kann, dass sich die kabbalistischen Texte gleichzeitig an Mann und Frau wenden. Wenn ein Individuum jedoch die Sache richtig begreift, dann ist es für diese Person viel einfacher zu erkennen, auf welche höchst effektive Art sie sich verwirklichen kann. Was das Studium im allgemeinen angeht, so werden der Frau die Artikel und Briefe von Baal HaSulam empfohlen und begrenzt das „Vorwort zur Weisheit der Kabbala“. Sie ist nicht verpflichtet, sich in die „Lehren der Zehn Sfirot“ zu vertiefen, um das Höhere Licht an sich heranzuziehen. Das ist die Aufgabe der Männer. Je nachdem wie die Frau die Männergruppe unterstützt, so empfängt sie auch. Sie empfängt das Höhere Licht durch den Lehrer und die Männergruppe. Wie im alltäglichen Leben so ist sie die Hüterin des Hauses und der Mann der Geldverdiener.
Wiederholen wir es noch einmal. Was das Studium angeht, so sollte die Frau die Artikel, Briefe, eigentlich alles außer TES studieren. Sie kann sich zwar mit TES befassen, aber es bringt ihr nichts. Die Frauen organisieren ihre Arbeit so, dass sie dadurch die Männer unterstützen und bei der Verbreitung helfen. Sie benutzen die Gruppe dazu, alles in Gang zu bringen, außer der Liebe unter Freunden. Indem sie ihre eigene Individualität bewahren, sind sie den Männern die beste Hilfe. Woran dachten Sie, als Sie sagten, dass die Frauen in den USA die Gelegenheit ergreifen sollten?Top | Was ist das Charakteristische in Amerika verglichen mit den anderen Ländern? Die übrigen Länder hier sind vereuropäsiert, d.h. in Europa, Asien und den Östlichen Ländern sind die Frauen den Männern unterlegen. Wenn die Frauen daher einen öffentlichen Vortrag halten, um die Kabbala in diesen Ländern zu verbreiten, werden sie kaum ernst genommen. Und im Allgemeinen wird dies negativ betrachtet und ist, man könnte sagen, inakzeptabel. In Nordamerika liegen die Dinge völlig anders. Hier hat die Frau gleiches Recht wie der Mann. Unsere Frauen könnten zusammen mit unseren Männern tätig sein, Unterricht erteilen und auch Lektionen für gemischte Männer- und Frauengruppen geben. Daran dachte ich.
| Sie sagten, dass es schwierig sei für die Frau, das Gebot von „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ einzuhalten. Wie kann man innere Arbeit vollbringen, ohne dieses anzustreben?Top | Noch einmal: die weibliche Seele empfängt durch die männliche. Der Mann, um es genau auszudrücken, ist der Brotverdiener, er besorgt das Höhere Licht und gibt es an die Frau weiter. Die Frau empfängt die Menge Licht je nachdem, wie sehr sie wie eine Partnerin handelt und dem Mann hilft. Die Frauengruppe sollte der Männergruppe helfen, von der sie ihre Portion Licht empfängt. Anders kann sie nicht empfangen. Wenn es Deine Bestimmung ist, das Höhere Licht von der Männergruppe zu empfangen, indem diese arbeiten und TES studieren, dann ist Deine Einstimmung richtig, wenn Du bei der Entwicklung und Verbreitung hilfst. Der Frauenteil empfängt von der Männergruppe, indem er sich annulliert und der Gruppe bei allem hilft. Außerdem ist es nicht wichtig, wieviel Licht die Gruppe an sich heranzieht oder wie schnell sie vorankommt; die Frauengruppe kommt je nach ihrer Hilfeleistung voran. Außerdem ist es nicht wichtig, wieviel Licht die Männergruppe anzieht. Die Frauengruppe kommt je nach ihrem Hilfebeitrag voran. So ist das Kli in der Spiritualität gebaut – jeder empfängt je nach der beigetragenen Hilfe und Bemühung. Eine starke Frauengruppe kann neben der Männergruppe existieren und dabei schneller und besser vorankommen als die Männer. Um genau zu sein bestimmt das Niveau der Männer nie Eure Stufe.
| In unserer Gruppe nehmen die Frauen an allem teil und „schieben“ die Männer voran. Im Endeffekt haben sie die Führungsrolle übernommen?Top | Es macht nichts, dass sie die Führungsrolle übernommen haben. Es ist selbstverständlich, dass die Frauen die Welt regieren, doch wir brauchen hier nicht darüber sprechen. Es ist allen klar, dass der Mann 99 % seiner Zeit damit verbringt, das Gefallen der Frauen zu erringen, wie ein Pfau – das ist seine Natur. Ihr kennt sie – warum nutzt ihr das nicht aus? Es liegt nichts Komisches daran; wir reden darüber, wie wir unsere natürlichen Eigenschaften richtig einsetzen können.
| Hindern dadurch die Frauen die Männer dann nicht in ihrer Entwicklung?Top | Ihr behindert keinen. Im Gegenteil, die Frau bewegt den Mann dazu, ein Held zu sein, sich zu entwickeln und sich um die Versorgung zu kümmern. Dies gilt auch für die Beziehung zwischen der Männer- und Frauengruppe oder innerhalb einer gemischten Gruppe. Wenn meine Studenten die Verlangen und die Eigenschaften der Frauengruppe hätten – oho! Doch die Männer haben andere Probleme. Sie stehen vor schrecklichen Problemen in dieser Welt. Sie lassen sich von allem möglichen Unsinn ablenken, werden von tausenden von irren Wünschen durcheinander gebracht. Was dies anbelangt, so sind die Frauen stabiler in ihrer Natur; sie lassen sich nicht von allem möglichen Unsinn verwirren und auch nicht ablenken.
| In den meisten Fällen studieren unsere Ehemänner keine Kabbala. Macht das einen Unterschied oder können wir trotzdem durch unsere Männergruppe empfangen?Top | Es ist unwichtig, ob eine Frau einen Mann hat, der Kabbala studiert. Sie ist entweder einer örtlichen Gruppe oder der Bnei Baruch Gruppe in Israel und mir selbst angeschlossen. Du empfängst, je nachdem wie weit du der allgemeinen Entwicklung der Kabbala weiter verhilfst. Darum macht das keinen Unterschied. Auch wenn es irgendwo in Alaska eine Frauengruppe ohne Männer gibt, so ist sie dennoch mit uns verbunden, und weil sie uns hilft, wird sie das Höhere Licht empfangen. Wenn ihr Mann nichts taugt, empfängt sie dennoch dadurch, dass sie den Männern mit ihrer Arbeit hilft.
| Was ist mit der notorischen Emanzipation, die den Frauen auferlegt ist?Top | Die notorische Emanzipation stellt einen typischen Leidensweg dar. Die Menschheit folgt ihm, um zu beweisen, dass er trügerisch ist. Letztendlich schadet er nur den Frauen. Glaubt ihr, dass Frauen in den östlichen oder arabischen Ländern unglücklich sind? Im Gegenteil, sie wissen, wo sie hingehören, sie sind sich ihrer Verantwortungen gegenüber ihrem Ehemann bewusst und sie sind mit allem einverstanden, weil alles am richtigen Ort ist.
| Wie bilden die Frauen die Absicht?Top | Die Absicht der Frau sollte sich ausschließlich darauf konzentrieren, dass sie den Männern hilft, um durch sie das Höhere Licht zu erhalten. Glaubt mir, dieses Licht existiert im Überfluss für Euch. Ich, die Bnei Baruch Gruppe in Israel und die Männergruppen im Weltkli sind Eure Ehemänner. Es gibt einen Ort, von dem Ihr das Licht anziehen könnt. Helft uns, und Ihr werdet sehen, dass Ihr das Licht empfangt. Eure innere Einstellung sollte nicht in Richtung „Liebe Deinen Nächsten, Deine Freundin“ gehen. Du brauchst Deine Freundin nicht zu lieben. Die einzige Verbindung liegt darin, die „Angelegenheit des Schöpfers“ zu verbreiten. Wenn Ihr Euch trefft, dann trefft Ihr Euch einfach, aber nicht zum lieben. Wenn diese gesunde Einstellung innerhalb der Frauengruppe vorherrscht, wird sie richtig funktionieren. Genauer gesagt kommen wir aus rein egoistischen Motiven zusammen, damit wir uns beschleunigen können. Und dann werdet Ihr Erfolg haben. Setzt Euch nicht dieses Ziel von „wir müssen uns lieben“! Für Männer ist es eine ganz andere Geschichte. Ihre Natur ist ganz anders und daran kann man nichts ändern.
| Es gibt doch so viele Frauen, die in gemischten Gruppen studieren. Wie können wir garantieren, dass wir die Männer nicht stören und ab wann sollte man eine getrennte Gruppe bilden?Top
| Es liegt an Dir, wie Du in einer gemischten Gruppe wirkst und lernst. Was die allgemeinen Verbreitungsmethoden angeht, so gibt es dort keine Probleme. Beim Yeshivat Haverim sind die Männer und Frauen getrennt (Wenn die Frauen überhaupt dabei sein wollen). In gemischten Gruppen können Männer und Frauen zusammen dem Unterricht beiwohnen. Frauen können wählen, ob sie „Die Lehren der Zehn Sfirot“ lernen oder nicht. Sie können vielleicht etwas dabei übersetzen. TES ist nicht obligatorisch für sie. Ich hebe nur hervor, was wichtig ist, und was nicht. Es gibt einige Frauen unter uns, die sich in TES sehr gut auskennen. Dieser Ehrgeiz ist aber unnatürlich und vielleicht sogar ein Zeichen dafür, dass alles andere nicht klar ist. Die Gruppe ist bei allem anderen zusammen. Wenn sich jedoch die Männergruppe trifft, um Liebe und Freundschaft zu diskutieren (wenn sie z.B. dabei sind, den männlichen Egoismus zu annullieren), dann sollten die Frauen nicht dabei sein. Die Frauen sollten den Männern bei den Übersetzungen und der Verbreitung helfen. Handle nach dem, was Du innerlich fühlst, und Du wirst sehen, dass es das Richtige ist. Zwinge Dich nicht zu irgendetwas, was gegen Deine Natur geht.
| Sie sagten, dass wir den Männern nicht im Wege stehen sollen – woran merken wir, dass wir das tun?Top | Selbstverständlich ist eine gemischte Gruppe mit Männern und Frauen, die zusammen lernen, eine komplizierte Angelegenheit. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie Männer und Frauen zusammen lernen können, weil sie sich gegenseitig ablenken. Der Mann unterliegt im Gegensatz zur Frau unsäglichen Hindernissen, und die Frau versteht das nicht, weil es das in ihr nicht gibt. Sie starrt nicht die Schönheit des Mannes an, davon wird sie nicht angezogen. Obwohl dies in einer gemischten Gruppe manchmal ein Hindernis für die Frau sein könnte. Meiner Meinung nach ist das ein schwer überwindbares Hindernis. Bedenken Sie ebenfalls, dass die Gruppe mit solchen Hindernissen immer mehr konfrontiert wird, je weiter sie vorankommt. Hindernisse dieser tierischen Art erscheinen später vor dem Machsom. Sie können zu wirklich ernsten Problemen werden, wenn die Männer sie nicht richtig verwenden. Genauer gesagt, wenn sie diese Dinge nicht auseinander halten. Ich kann mich an die Triebe und die verschiedenen Gefühle erinnern, die im Manne auf dem hormonellen und tierischen Level auftauchen. Aus diesem Grunde kann ich mir nicht gut vorstellen, wie man in einer gemischten Gruppe vorankommen kann. Männer- und Frauengruppen sollen so weit wie möglich von einander getrennt sein. Für Anfänger ist es ok, aber später sollte man umdenken. Plötzlich trifft ein Mann eine Frau, die ihm sagt, wie wunderbar er ist und im Gegensatz zu seiner Frau hält sie ihn für einen Helden und sie lobt ihn wegen seiner Größe, während seine Ehefrau ihm sagt, er sei völlig verrückt. Dann fühlt sich der Mann unter Druck und seine Wahrnehmung wird gestört. Er beginnt zu glauben, dass die „Lobende“ nun seine richtige spirituelle Hälfte sei. Die Dinge laufen nicht so gut zuhause, aber er wird trotzdem geschätzt. Dem Mann ist es sehr wichtig, was die Frau von ihm hält, es gibt ihm viel Energie. Darum tauchen eben solche Probleme in einer gemischten Gruppe auf und es ist sicher schwierig, solche Probleme zu bewältigen. Darum soll die Frauengruppe so weit wie möglich vom Mann entfernt sein. Ein Mann mag zwar wie jeder Mensch ein wenig nebenbei flirten, doch nicht in der Gruppe oder in der parallelen Frauengruppe. Das sollte unbedingt unterdrückt werden. Wir haben in Bnei Baruch ein „Flirtverbot“. Die Kommunikation zwischen Männern und Frauen ist minimal. Wir sollten Kontakte so gut wie möglich vermeiden. Das stört nur und verwischt das Ziel. Im Allgemeinen glaube ich nicht, dass eine Ehe auf irgendwelchen spirituellen Zielen basieren soll. Eine Ehe sollte auf ziemlich weltlichen, normalen Interessen basieren, mit gleicher irdischer Mentalität und nicht, weil Mann und Frau auf dem gleichen spirituellen Pfad sind. Jeder hat seine Höhen und Tiefen auf dem spirituellen Weg. Wir machen viele Metamorphosen durch und so lieben wir uns heute und morgen hassen wir uns. Wenn wir körperlich und irdisch zusammen sind, dann sind wir miteinander zufrieden und verstehen einander psychologisch. Wenn sich beide auf diesem Niveau zusammentun, dann führen sie ein normales Leben. Das ist am sichersten.
| Sie gaben den Frauen die Aufgabe, den Männern zu helfen und das ist uns klar. So sieht die Familie aus: vier Wände und Pflichten. Manchmal möchte man aber nicht in diesen vier Wänden sein oder zum Abwasch zurückkehren.Top | Warum sollten die vier Wände „Abwaschen“ bedeuten? Eine Frau ist ein Kli, sie ist nicht das Geschirr! Mit „vier Wänden“ meine ich eigentlich: das Erschaffen des Klis. Eine Frau schubst den Mann vorwärts, sie lenkt ihn und organisiert ihn. Man könnte sagen, dass sie ihn für die Reise oder für seine Tätigkeiten ausrüstet. Der Mann muss in der Gruppe mit seinen Freunden arbeiten, und die Frau macht die Verbreitung (der Kabbala). Diese Tätigkeit ist angebrachter für sie und ähnelt der Geburt oder der Erschaffung von etwas Neuem. Männer tun dies auch, normalerweise folgen sie den Frauen. Frauen machen die Hauptarbeit in der Verbreitung und dann bringen sie den Mann „auf die Bühne“, damit er dort mit dem Sprechen beginnt. Die gesamte Vorbereitung wird jedoch von den Frauen gemacht und das ist richtig.
| Wie soll sich die Frau dann zuhause verhalten? Wie kann sie es vermeiden, dass sie das Heim zugunsten der Kabbala vernachlässigt?Top | Für den Mann ist alles leichter. Der Mann muss für die Versorgung seiner Familie arbeiten. Und die Zeit, die ihm überbleibt, verbringt er mit dem Streben nach dem Schöpfer. Dem Sprichwort nach „Wenn es kein Brot gibt, dann gibt es kein Leben“ muss der Mann zuerst fürs Brot sorgen und dann dem Spirituellen Aufmerksamkeit schenken. Er kann nicht das Gegenteil tun und darauf warten, dass ihm Manna in den Schoß fällt. Eine Frau muss sich im gleichen Maße um die Familie und Kinder kümmern. Sie muss ihre Sorge gleichmäßig auf die Familie, Kinder und den Ehemann verteilen. Wenn die Familienmitglieder versorgt sind, kann die Frau Kabbala studieren. Wenn sie keine Gelegenheit oder Kraft mehr zum Studium hat, nachdem sie sich um ihre Familie gekümmert hat, ist sie entschuldigt. Dafür gilt auch „Wo es kein Brot gibt, gibt es kein Leben“, was bedeutet, dass sie diese Bedingungen von oben erhalten hat, und wenn sie sich bemüht, dann reichen diese Anstrengungen für ihren spirituellen Aufstieg. Wenn sie an den spirituellen Aufstieg während der Kinder- und Haushaltversorgung denkt und nur Zeit für eine Lektion pro Woche hat, dann ist das absolut ausreichend für ihr spirituelles Weiterkommen. So eine Frau kommt möglicherweise schneller voran als eine, die sich der Kabbala 24 Stunden am Tag widmet.
| In unserer Welt arbeiten Frauen nicht nur zuhause. Sie arbeiten ganztags Seite an Seite mit den Männern. Wie kann man am besten Hausarbeit, Beruf und die Arbeit für den spirituellen Aufstieg miteinander verbinden?Top | Diese Arbeiten, Hausarbeit, Fürsorge der älteren Generation, die Kinder und so viele tausend andere Pflichten musst du innerhalb dir selbst vereinigen. Alles in dir selbst, und man hat alles, was dazu notwendig ist. Erst dann, wenn man dann noch die Energie dazu hat, sollte man die Kabbala verbreiten. Ich bezweifle, dass eine Bürde (welche immer sie auch sein könnte) so groß sein kann, dass du keine Zeit hast, eine Kabbalalektion anzuhören oder einer kabbalistischen Melodie zu lauschen, irgendetwas zu tun, was dich näher ans Ziel bringt. Alles hängt von Deinem Wunsch ab und wieweit er in Richtung Schöpfer gelenkt ist. Die Menge an Zeit, die du für deine täglichen oder wöchentlichen Arbeiten hast, hängt nicht von dir ab und ist nicht deine Sorge.
| Die Frauengruppe trifft sich gleichzeitig, wenn es Live Lektionen von BB gibt. Was ist besser – diesen Lektionen zuzuhören oder Artikel zu lesen?Top
| Live Übertragungen sind immer am besten. Es sei denn, man muss Flyers verteilen oder eine Lektion für die Verbreitung vorbereiten. Wenn die Frauengruppe in unserem Zentrum bei einer Live Lektion dabei sein kann, dann ist das viel besser als individuelles Studium. Der Grund dafür ist, dass du dann gleichzeitig mit dem gesamten Weltkli verbunden bist - mit vielen Männern und Frauen. Dabei strömt diese spirituelle Information und Kraft nur so in dich hinein. Guckt Euch die Menschen an, die immer mit uns lernen und solche, die das so nebenbei als Hobby betreiben. Zwischen beiden besteht ein riesengroßer Unterschied und darum investieren wir viel Geld und Arbeit im Internet. Jemand, der vorankommen möchte (ich spreche hier hauptsächlich vom Mann), hat keine andere Wahl als mit uns zu studieren. Für euch ist es außerdem leichter, weil es von 20 Uhr bis 23 Uhr ist. Für Amerika wurde hier eine günstige Lage geschaffen. Sollten die Frauen jedoch mit Kindern oder dem Zuhause beschäftigt sein, dann können sie immer die archivierten Lektionen schauen. Von 20 bis 21 Uhr wird in Amerika ein Artikel z.B. „Shamati“ übertragen. Dann gibt es eine Stunde „Lehren der Zehn Sfirot“ und die Frauen können in der Zeit irgendetwas anderes machen. Dann gibt es wieder einen Artikel auf Hebräisch oder Russisch, den sie dann wieder mit uns studieren können. Eigentlich reicht es völlig, wenn die Frauen den ersten Artikel mit uns lernen.
| Wenn mein Mann nicht Kabbala studiert, kann ich dann meine Gefühle mit ihm teilen? Er ist gegen die Kabbala und ich würde ihn gern vom Gegenteil überzeugen.Top | Du kannst alles mit deinem Mann teilen, du musst nur auf seine Reaktion Rücksicht nehmen. Versuche Deinen Mann auf sanftere Weise zu beeinflussen. Die beste Art und Weise ihn zu beeinflussen ist, wenn Du ihm z.B. sagst, dass du ihn sehr respektieren würdest, wenn er Kabbala studierte. Klopf ihm auf die Schulter wie einem kleinen Kind, wenn es etwas Ordentlich gemacht hat. Du musst das mit einem erwachsenen Mann auch so machen. Sie ändern sich nicht, ein Kleinkind und ein erwachsener Mann sind gleich. Beweise deinem Mann, dass er ein Superheld in deinen Augen ist, einem Gott gleich. Dann wird er es deswegen tun, um Deinen Respekt zu erlangen, und es macht ja nichts, warum er es tut... Und dann wird er anfangen, es selber gern zu wollen. |
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