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Fragen an den Kabbalisten PDF Drucken E-Mail

Kabbalist Michael Laitman beantwortet Fragen in seiner wöchentlichen Live TV Show „Fragen an den Kabbalisten“ und in seinem persönlichen Blog – http://blog.laitman.de/

Erziehung, Beziehungen, Engel und die 72 Namen Gottes

Frage: Wie sehen für Sie die Schulen der Zukunft aus?

Antwort: Schulen sollten Kinder „Die Weisheit des Lebens“ lehren. Das heißt, man sollte sie den Sinn ihres Lebens lehren - das allumfassende Naturgesetz - was tatsächlich hinter den Kulissen unserer Welt geschieht und warum die Kräfte der Natur uns beeinflussen, wie sie es tun. Diese Erziehung wird unseren Kindern dabei helfen, zu verstehen, wie man sich am besten zu all den Dingen, die uns tagtäglich widerfahren, verhält – aber auch wie man sich anderen Menschen gegenüber verhält.

Die Kinder werden das Leben dann transparenter wahrnehmen – sie werden die hinter der diesseitigen Realität stehende einzigartige Kraft erkennen, die man auch „Schöpfer“ nennt. Und sie werden sich dieser Realität nahe fühlen, als wären sie Freunde. Wenn Kinder so eine Erziehung erfahren, werden sie sich von Ärger fernhalten und ihr Leben nicht verschwenden, indem sie falschen Zielen hinterher jagen, um am Ende völlig desillusioniert dazustehen. Sie werden ihr Leben tatsächlich erfolgreich leben.

Frage: „Männer sind vom Mars und Frauen von der Venus.“ Wie ist es möglich, die Kluft zwischen Paaren zu überwinden?
Antwort:
Die Überwindung beginnt beim Verständnis des Ursprungs dieser Kluft. Männer und Frauen sind zwei Teile der Schöpfung und als solche können sie sich nur verstehen, wenn sie die Mitte finden, die spirituelle Verbindung. Dadurch werden sich diese beiden unterschiedlichen Teile der Schöpfung gegenseitig ergänzen und sich bei der spirituellen Entwicklung helfen. Die Weisheit der Kabbala lehrt uns, wie man diese Verbindung aufbaut.

Heutzutage ist es für moderne Frauen und Männer fast unmöglich, sich zu verbinden, da ihre Egos größer sind als je zuvor. In der Vergangenheit war das Ego der Menschen kleiner und sie meisterten ihr Leben gemeinsam, ohne eine spirituelle Verbindung aufzubauen. Heute jedoch sind die Ansprüche gewachsen und es ist schier unmöglich, die Differenzen ohne eine Methode beizulegen, die das Ego leitet und eine spirituelle Verbindung herstellt.
Dies ist auch der Grund für die vielen Scheidungen der heutigen Paare: Sie halten sich gegenseitig einfach nicht mehr aus! Und die Wahrheit ist, es ist gar nicht ihre Schuld – es fehlt ihnen bloß die Methode für das Verständnis und den Umgang mit dem anderen Geschlecht, dem zweiten Teil der Schöpfung.

Daher besteht die einzige Lösung darin, diese Methode der Verbindung den Paaren zu enthüllen. Die zunehmende Kluft zwischen Mann und Frau kann nicht länger durch herkömmliche Methoden bewältigt werden, weil es sich um zwei völlig unterschiedliche Formen des Egoismus handelt.

Die Methode der Kabbala befähigt Frauen und Männer, sich über ihr Ego zu erheben und zu verbinden. Dies findet sich auch in einem kabbalistischen Vers: „Mann und Frau – und die Gegenwart Gottes sei zwischen ihnen“ (Babylonischer Talmud).

Frage: Kürzlich hörte ich, dass das Kabbalah Center für sich die Urheberrechte an den 72 Namen Gottes beanspruche und von nun an jede Person, die sie verwenden möchte, um offizielle Erlaubnis ansuchen müsse. Was sind diese 72 Namen Gottes? Und kann jemand die Exklusivrechte dafür beanspruchen?
Antwort:
  Die 72 Namen Gottes sind das „Licht von Chochma (Weisheit)“, welches auf uns scheint und die „Gefäße der Chasadim (Barmherzigkeit)“ innerhalb unserer Seelen erfüllt. Nur Kabbalisten, die die spirituelle Stufe „GAR von Azilut“ erreichen, sind fähig, solch eine machtvolle Füllung innerhalb ihrer Seelen zu spüren, man nennt sie auch „Licht von AB SAG.“ Es spielt keine Rolle, ob Sie diese kabbalistischen Ausdrücke verstehen oder nicht. Wichtig ist, dass Sie erkennen, dass diese Begriffe völlig getrennt von unserer materiellen Welt sind und nichts mit falschen Vorstellungen der Menschen, wie zum Beispiel „Heiliges Wasser“, Zaubersprüche oder Segenssprüche, zu tun haben.

Menschen, die nach körperlichen Genüssen wie Reichtum oder Glück in der Liebe suchen, denken manchmal, dass ihnen spezielle Objekte wie zum Beispiel Amulette, Zaubersprüche oder Namenskombinationen dabei helfen, das zu finden, was sie suchen. Tatsächlich haben aber all diese ausgefallenen Ideen nichts damit zu tun, wofür diese 72 Namens Gottes wirklich stehen. Diese Namen symbolisieren verschiedene Aspekte der Eigenschaften des Schöpfers – also der Eigenschaft des reinen Gebens.

Wenn ein Mensch sich auf einem wahren spirituellen Weg befindet, besteht sein Verlangen ausschließlich darin, diese Eigenschaften des Gebens selber zu erreichen. Sein Ziel ist es, innere Eigenschaften zu entwickeln, welch diesen Namen ähnlich sind. Doch um dies zu erreichen, muss er sehr fortgeschrittene Stufen der Verbindung mit dem Schöpfer bzw. die Ähnlichkeit mit Ihm anstreben. Sobald ein Mensch diese höchsten spirituellen Stufen erreicht, kann er die erhabenen Lichter in seiner korrigierten Seele enthüllen.

Im Gegensatz dazu kann es zwar psychologischen Einfluss auf jemanden haben, der mit Buchstaben oder Namen herumspielt oder sich in Glücksverheißenden Zaubersprüchen übt, aber spirituelle Reife wird dieser Mensch dadurch niemals erlangen. Solche Dinge können psychologisch gesehen für manche Menschen bequem sein oder beruhigend wirken – die Wurzel ihrer Probleme werden sie allerdings nicht lösen.
In Wahrheit drückt jedes in uns erwachende Verlangen eine unbewusste Sehnsucht nach Spiritualität aus. Doch damit uns das bewusst wird, müssen wir uns zuerst durch die vergebliche Suche nach Erfüllung unserer leiblichen Wünsche desillusionieren lassen. Sobald wir bereit sind, entdecken wir die authentische Weisheit der Kabbala, die uns über die Spiritualität uns den Sinn unseres Lebens Auskunft gibt. Kabbala erklärt uns den Aufbau der spirituellen Welten und zeigt uns, wie wir eine Gleichheit der Form mit dem Schöpfer herstellen können. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir unseren Weg zur Entdeckung der 72 Namen des Schöpfers beginnen.

Frage: Existieren Engel und Dämonen in unserer Welt? Kabbalisten beschreiben Engel und Dämonen in ihren Büchern, indem sie Worte, Namen und Beschreibungen unserer Welt verwenden. Wie definiert die Kabbala Engel und Dämonen?
Antwort:
Sie sind nur als Kräfte definiert. Alles in allem gibt es im Universum nichts anderes als Kräfte. Diese Kräfte wirken auf uns, nehmen alle möglichen Formen und Bilder in uns an, ähnlich wie auf dem Bildschirm des Fernsehers oder des Computers.

In der spirituellen Welt gibt es keine Bilder oder Ähnliches, sondern nur Kräfte und Eigenschaften. Wenn wir Spiritualität spüren, spüren wir spirituelle Kräfte, die auf uns wirken. In Kabbala werden Begriffe wie Engel, Teufel, Dämonen und Ähnliches nur dazu verwendet, um Kräfte zu verbildlichen. Beispielsweise können Sie die Schwerkraft als „Engel der Schwerkraft“ bezeichnen, wenn Sie wollen!

- Fragen an den Kabbalisten auf www.kab.tv/ger, jeden Donnerstag um 20 Uhr.

- Besuchen Sie Rav Laitmans persönlichen Blog – www.blog.laitman.de und fragen Sie ihn alles, was Sie wissen wollen.

Globale Erwärmung – na und?
Durch die Fülle an Information, die der Öffentlichkeit heutzutage zur Verfügung steht, sind jedem Menschen „Globale Erwärmung“ oder „Klimawandel“ ein Begriff. Doch wie es aussieht, heißt „es zu wissen“ nicht gleich „sich darum zu sorgen“.

Es gibt Universitätsfakultäten, die sich dem Klimawandel widmen, die Klimatologie und Umweltstudien eingeschlossen. Gruppen von Aktivisten weltweit arbeiten daran, die Aufmerksamkeit der Menschheit auf die klimatischen Veränderungen zu lenken. Nachrichten im TV und Internet zeigen den Sehern Satellitenbilder der veränderten Meerestemperaturen und der schmelzenden Gletscher; es gibt einen Überfluss wissenschaftlicher Arbeiten, Artikeln und Vorträgen zu diesem Thema.

Selbst die Popkultur macht vor dem Thema nicht halt. Denken Sie nur an den Dokumentarfilm „Eine unbequeme Wahrheit“ über den aktivistisch tätigen Al Gore oder den Animationsfilm „Ice Age“, welcher von drei drolligen pelzigen Tieren handelt, die das Brechen eines Gletscherdamms überleben wollen. Hollywood Stars wie Leonardo Di Caprio sah man zuletzt auf dem Titelbild von Vanity Fair zusammen mit einem Eisbärenbaby auf einem zerbrechenden Gletscher in Südost Island; er sprach darüber bei Oprah, einer berühmten amerikanischen Talkshow Masterin und warnt in seinem Film „Die 12. Stunde“, dass die Menschheit auf Grund der Umweltkrisen ihrem Untergang entgegensähe.

Andere Berühmtheiten wie Charlize Theron, Natalie Portman, Tom Hanks, Susan Sarandon and Salma Hayek springen ebenfalls auf den fahrenden Zug auf, um nur einige zu nennen.

Das Ergebnis des „informiert Seins“

Die Nachrichten werden täglich dramatischer. Vor unseren Augen sehen wir das antarktische Eis zerbrechen und ins Meer stürzen und werden Zeugen desaströser Hurrikans, die die Westküste Amerikas verwüsten.
Es gibt keinen Streit mehr zwischen den Wissenschaftern, weder über die Existenz der Globalen Erwärmung noch über deren Ursachen und potentiellen Konsequenzen. Ein Artikel in Science Magazine behauptet, dass von 928 veröffentlichten Artikeln über den Klimawandeln kein einziger bezweifelt, dass die Menschheit und ihre Handlungen das Klima verändern.

Doch noch erschreckender ist der Umstand, dass je mehr wir über Globale Erwärmung und die Bedrohungen, die damit einhergehen, wissen, umso weniger scheint uns das zu kümmern! Eine kürzlich durchgeführte Befragung von 1100 Amerikanern, veranlasst von Wissenschaftern der Texas A&M Universität, zeigte das „Je informierter jemand über Globale Erwärmung ist, umso weniger persönlich verantwortlich fühlt er sich für dieses Problem “ (Risiko Analyse, Vol. 28, Ausgabe 1, Februar 08). Völlig entgegengesetzt zu dem, was wir erwarten würden, zeigt diese Umfrage also, dass wir uns umso weniger betroffen fühlen, je aktiver die Medien über die globalen Probleme berichten und umso informierter wir sind!

Das Gegengift für die Gleichgültigkeit
Vielleicht kann unsere Gleichgültigkeit der Tatsache zugeschrieben werden, dass uns keine brauchbaren Lösungen für das uns drohende Desaster angeboten werden oder dass wir uns auf Grund der verwirrenden Informationsflut einfach überfordert fühlen. Daher schieben wir das Problem vorläufig zur Seite. Doch klarerweise können wir es nicht weiter ignorieren, sobald wir selbst davon betroffen sind – zum Beispiel wenn Sie in New Orleans wohnen und ihre ganze Familie von Hurrikan Kathrina ausgelöscht wurde. Auf Grund der globalen Natur dieses Problems kann jeder von uns der nächste sein – warum kümmert es uns also nicht?

Kabbala erklärt uns das recht einfach: Was uns davon abhält, nüchtern über das Problem nachzudenken, ist unsere raffinierte, engstirnige, egoistische Wahrnehmung. Sie beraubt uns einer breiteren Perspektive oder der Fähigkeit, die Tragweite dieser Situation erkennen zu können. Unser Ego macht uns blind für den Umstand, dass wir all dies selbst verursachen und folglich auch beheben könnten!

Tatsächlich müssen wir aber nicht „Den Weg des Leidens“ gehen – wie die Kabbala es nennt. Wenn wir eine Wahrnehmung des Gebens entwickeln – eine altruistische Wahrnehmung für die Verbindungen zwischen uns und für ein breiteres Bild unserer Realität, werden wir unserem wachsenden Ungleichgewicht mit der Natur ein Ende bereiten und unsere Handlungen entsprechend den Erwartungen der Natur korrigieren.

Daher müssen wir, um die Bedrohungen des Klimawandels und der Globalen Erwärmung zu entschärfen, als erstes unsere Gleichgültigkeit diesen Themen gegenüber aufgeben. Es ist deshalb enorm wichtig, die Methode der Kabbala in der Welt zu verbreiten – mit anderen Worten eine Wahrnehmung zu entwickeln, die uns sorgsamer werden lässt und uns befähigt, eine tatsächliche Veränderung zu bewirken.