Beschreibung
Auszug aus einem Gespräch über die Ernährungskrise zwischen Dr. Alexander Stetter aus Deutschland und Rav Dr. Michael Laitman.
Transkript
Über die Ernährungskrise
Dr. Alexander Stetter: Herr Dr. Laitman, ich habe ein Interview gelesen von einem Experten der Welternährungsorganisation und er sagt, dass die Nahrungsmittelpreise extrem steigen werden und er warnt schon seit zwei Jahren davor. Worin sehen Sie die Hauptursache für den Anstieg der Nahrungsmittelpreise und des Hungers in der Welt?
Rav Dr. Michael Laitman: In Wahrheit liegt das Hauptproblem darin, die Menschheit zu verpflichten, ihre Natur zu verändern - von der egoistischen Natur zur Natur des Gebens und des Schenkens zur Nächstenliebe. Denn so wie wir letztes Mal miteinander gesprochen haben, liegt das Schöpfungsziel darin, den Menschen zur Angleichung der Form an den Schöpfer zu bringen, damit der Mensch wirklich genau auf derselben Existenzstufe ist wie der Schöpfer selbst. Und um den Menschen dazu zu verpflichten, haben wir eigentlich zwei Wege: Entweder den Weg der Weisheit der Kabbala, wo wir dann sämtliche Kräfte sehen, die hinter der Natur stehen, die uns vorantreiben wollen zu dem Ziel und wir sehen auch das Ziel, welches über dieser Welt ist, zu dem Ziel, zu dem wir gelangen müssen. Und indem wir dieses gesamte Bild sehen, beginnen wir zu verstehen, wie verpflichtend diese Sache ist und wie wünschenswert diese Sache ist. Und indem wir dies sehen und dies wollen, streben wir dazu und entwickeln uns zu diesem Zustand - mit unserem eigenen Verlangen. Der Entwicklungsweg wird für uns einfach und angenehm und wünschenswert und wenn wir diesen Plan der Welt, die Weltkarte, mit Hilfe der Weisheit der Kabbala nicht eröffnen, so wissen wir nicht, wie wir uns weiterentwickeln können und warum wir existieren. Es gibt alle möglichen Theorien, die so sind oder so und wir gelangen zu immer mehr Krisen und haben immer mehr Probleme und bekommen mehr und mehr Schläge und wieder verändern wir unsere Theorien. Und so verändern wir uns und das, was daraus resultiert, dass im Endeffekt die Kräfte unserer Entwicklung schlecht sind und uns antreiben, uns zu entwickeln. Eine unserer Entwicklungskraft, die uns vorantreibt, ist eben diese Kraft der Hungersnot. All das ist ein Resultat unseres Egoismus, dass wir nicht in einfacher, schöner, logischer Art und Weise unsere Naturressourcen unter uns verteilen können. Und das sehen wir eigentlich in unserer Zeit. Statt Nahrungsmittel zu produzieren, zahlt es sich mehr aus, Sprit zu verkaufen. Statt Mais zu produzieren und das zu verkaufen, verbrennt man das zu Sprit, um Sprit zu verkaufen.
Dr. Stetter: Was können wir den Menschen sagen? Ein Drittel der Weltbevölkerung hungert bereits. Was können wir jetzt schnell tun, um den Menschen zu helfen?
Rav Laitman: Zuallererst einmal, die Natur, die höhere Kraft fordert von uns, dass wir uns dazu integral und kollektiv gegenüber verhalten, damit wir uns hinsetzen und urteilen, was wir mit der ganzen Welt tun. Das Problem ist nicht, dass ein Drittel der Menschheit hungert und die anderen zwei Drittel nicht hungern. Dieses eine Drittel wird bald revoltieren, zu einer Revolution aufstehen. Das eine Drittel wird bald zu zwei Drittel, sie werden nicht ruhig sitzen bleiben. Sie werden nach Europa kommen und es wird niemandem gut gehen. Also, wir müssen sehen, dass die Natur uns dazu zwingt, global zu sehen. So wie wir jetzt in einem globalen System sind, genauso müssen wir auch die Entscheidungen treffen und existieren. D.h. bis wir nicht im Allgemeinen über die Welt denken, wie wir aus diesem allgemeinen Problem herauskommen - so ist es mit allen Problemen heute - solange werden wir nicht herauskommen. Die höhere Kraft möchte, dass wir spüren, dass wir voneinander abhängig sind.
Dr. Stetter: Wie lange haben die Menschen Zeit, noch zu sitzen und über die Probleme zu sprechen? Haben sie überhaupt noch Zeit?
Rav Laitman: Ja, wir haben noch ein bisschen Zeit, aber wir müssen verstehen, dass Zeit bedeutet, wenn wir nichts tun, die Kräfte zunehmen und zusätzlich zu der Hungersnot werden Probleme von Seuchen kommen und klimatische Probleme.
Dr. Stetter: Wir sind noch relativ weit entfernt in Europa oder auch USA von diesen Krisen und vom Hunger. Wann wird er uns treffen?
Rav Laitman: Das muss nicht unbedingt in einer Form der Hungersnot kommen, sondern in einer anderen Form, sowie in Form von Kriegen, die sich auf die Erdölvorkommen oder Nahrungsmittelvorkommen beziehen, wo es zu Wanderungen von Afrika oder Asien kommen wird.
Dr. Stetter: Sie meinen es gibt eine Wanderung von der südlichen Halbkugel zur nördlichen mit allen Problemen, die damit behaftet sind?
Rav Laitman: Selbstverständlich kann es zu Wanderungen kommen, denn was willst du mit den Menschen machen? Heute spüren 2 - 3 Milliarden Menschen Hunger, sieh dir das an. Sogar in Ägypten, welches uns nahe ist - dort hungert bereits ein ganzes Volk und das Volk weiß eigentlich nicht mehr, was es tun soll. Es kann die Menschen nicht mehr zurückhalten - es gibt Millionen von Menschen, die bereit sind, eine Revolution anzuzetteln und alles zu zerstören, denn Hunger ist eine Grundlage und die Regierungen können dagegen nicht ankämpfen und so ist es bei vielen anderen Orten. Bei einem Ort wird der Hunger der Motor sein und an einem anderen Ort wird etwas anderes die Menschen bedrohen.
|