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Umgang mit Störungen PDF Drucken E-Mail

Wie soll ich den zahlreichen Störungen begegnen?

Rav Laitman antwortet:

Wir reden gemeinhin erst dann von einer Person, wenn Reshimot (Erinnerungen) der höheren Welt im Individuum ans Tageslicht treten. Man beginnt, den Punkt im Herzen zu spüren – das Verlangen nach etwas, das man im Augenblick noch nicht versteht, etwas, das nicht aus dieser Welt stammt, sondern darüber. Eine Sehnsucht nach dem Zweck des Lebens erwacht, die Erforschung des Schöpfers während der eigenen Lebensspanne in dieser Welt.


Wir möchten, dass alle Welten, einschließlich der vor uns verborgenen – die Höhere Welt – sich vor uns enthüllen. Dann werden wir in der Lage sein, die ewige spirituelle Stufe zu sehen und uns mit ihr zu vereinen, wo es keinen Unterschied zwischen gut und böse, Leben und Tod gibt. Alles wird vereint sein in einem Zustand ewiger Ganzheit.


Das ist die Absicht, welche die gesamte Menschheit erlangen sollte, wie in dem Vers beschrieben: “Er ist Eins und Sein Name ist Eins.“


Er – gemeint ist der Schöpfer; Sein Name – gemeint ist die Schöpfung. Die Schöpfung vergibt Namen gemäß der ihrer Wahrnehmung des Schöpfers. Wenn ein Geschöpf vollständig korrigiert wurde, vereinigt es sich mit dem Schöpfer. Diese Vereinigung ist das Ziel, der Endzustand des Universums. Wir können dieses Ziel erlangen.


Jedes Phänomen, das mit unserer Absicht kollidiert, das Ziel zu erreichen, wird als Störung betrachtet, ein Hindernis. Da wir daran glauben, dass es keine weitere Kraft gibt als den Schöpfer alleine, und wir uns gemäß seines Planes auf das Ziel hin entwickeln, müssen wir bezüglich der Störungen, die uns von der Quelle – dem Schöpfer - gesendet werden, kreativ sein, denn Er drückt uns ständig auf das Ziel hin.


Wir müssen verstehen, dass jede Störung in Wirklichkeit kein Hindernis auf unserem Weg zum Ziel ist - wir es aber so empfinden, weil unsere Eigenschaften gegenwärtig nicht mit denen des Schöpfers übereinstimmen. Mit anderen Worten stellt die Wahrnehmung eines Hindernisses eine innere Störung dar, einen Mangel an Korrektur. Der Schöpfer begegnet der gesamten Schöpfung wohlwollend, ohne jegliche Vorbedingungen. Wenn wir diese Vorsehung des Schöpfers nicht als gut empfinden können und Widerstand spüren, liegt dies daran, dass wir eine innere Barriere haben, nicht eine äußere Störung.


Daher gibt es keine Hindernisse, die von unseren verdorbenen Eigenschaften getrennt wären. Ausserhalb unserer Seelen existiert nur der Schöpfer, der uns zu sich zieht, zur vollkommenen Situation. Daher müssen wir uns auf jede Störung, die wir empfinden, so beziehen, als sei sie ein Zeichen von Oben, uns darauf hinweisend, was die nächste Eigenschaft in der Reihe ist, die zur Korrektur ansteht. Wenn wir diese korrigieren können, wird dies ein weiterer Schritt in Richtung Ziel sein.

 
Tatsächlich drückt sich unser freier Wille in der Fähigkeit aus, in dieser Situation eine Möglichkeit zu sehen, ihr zu begegnen, uns zum Schöpfer zu wenden, um Hilfe zu ersuchen um zu lernen, was korrigiert werden muss und wie.


Das Gefühl der Störung wird “Verhüllung des Schöpfers” genannt. Es ist völlig natürlich, dass in dem Augenblick, da wir die Störung empfinden, wir die Situation nicht richtig einschätzen können. Alles, was wir erkennen, ist, dass da eine Barriere ist, aber wir können die Quelle nicht sehen, den Grund für das Erscheinen der Barriere. Wir müssen bei solchen Störungen die Existenz des Schöpfers im Hinterkopf behalten, müssen verstehen, dass es der Schöpfer ist, der uns diese Störungen sendet, um uns zu helfen und uns präzise zu zeigen, worauf wir unsere Anstrengungen konzentrieren müssen, um Ihn zu erforschen.


In dem er uns dieses Hindernis sendet, macht der Schöpfer uns präzise deutlich, worauf wir uns in unseren spirituellen Anstrengungen konzentrieren sollen, um Ihn zu finden. Es ist dazu gedacht, uns zu helfen, denn nur nach einer spirituellen Anstrengung, uns der Störung zu stellen, können wir den Schöpfer entdecken.


Um einer Störung erfolgreich zu begegnen (wir werden das Wort beibehalten, obgleich wir erkennen, dass es tatsächlich eine Hilfe darstellt), müssen wir spirituell vorbereitet sein. Wenn wir uns bewusst sind, dass alle Störungen dazu gedacht sind, unseren spirituellen Zustand zu korrigieren und uns einen weiteren Schritt an den Schöpfer anzunähern, und wenn wir dieser Störung grundsätzlich positiv gegenüberstehen, dann werden wir sie zu handhaben wissen, wenn wir über sie stolpern.


Nehmen wir ein Beispiel einer Situation, wie sie häufig in Gruppen auftaucht: Ich (ein Student) höre, dass jemand über mich etwas Schlechtes redet. Ich bin natürlich frustriert; Ich fange an mich zu rechtfertigen und verteidige mich selbst; und ich betrachte diese Person als Feind. Ich denke sogar daran, an ihr Rache zu nehmen. Anstatt daher dieser Störung auf positive Art zu begegnen und mit ihr zu arbeiten, möchte ich sie eliminieren, zusammen mit der Person, von der ich denke, sie hätte sie verursacht.


Es spielt keine Rolle, ob das, was die Person sagte, wahr oder falsch ist. Ich muss lernen zu verstehen, dass es nicht die Bedeutung der Dinge ist, sondern vielmehr die Art und Weise, wie ich damit umgehe, was der Schöpfer mir sandte durch diese dritte Partei. Ich muss dies tun, um meinen Mangel zu sehen und zu korrigieren und entdecke hierdurch während des Prozesses meiner spirituellen Arbeit den Schöpfer.


Tatsächlich ließ mich der Schöpfer dieser Störung begegnen, damit ich spirituell voranschreite. Derartige Gelegenheiten können in unangenehmster Form als Schuldgefühl in Erscheinung treten oder indem ich etwas Gutes lerne, das meinen Verstand verwirrt. In jedem Falle geht es nicht um das Phänomen selbst, sondern um dessen Ursprung und um Denjenigen, der es mir sandte – den Schöpfer. Wenn ich mich danach auf den Schöpfer ausgerichtet habe, kann ich damit beginnen, mich darüber zu wundern, warum Er es mir auf diese Weise sandte und nicht auf andere?


Wenn ich gewillt wäre, alles auf mich Zukommende als etwas zu nehmen, das a priori vom Schöpfer kommt, so würde ich jede Kritik mit Liebe und Verständnis annehmen, denn ich weiß um ihren Ursprung und dass der Schöpfer mich näher zu Ihm zieht.


Jedesmal, wenn ich etwas Schlechtes höre, befinde ich mich in einem Dilemma. Kommt diese Neuigkeit vom Schöpfer oder liegt es nur an der Person, die mir diese Nachricht überbrachte. Ich zwinge mich allmählich selbst dazu, der spirituellen Störung als etwas zu begegnen, mit dem ich arbeiten kann, um dem Schöpfer näher zu kommen und Ihn noch mehr zu empfinden.


Es gibt kein besseres Gefühl, als das Überschreiten der Barriere und die Wahrnehmung vollständiger Erkenntnis zu entdecken, Vereinigung mit dem Schöpfer. Mit einer Störung konfrontiert zu werden bedeutet, mit ihr zu arbeiten, sie als Botschaft des Schöpfers anzunehmen, die Eigenschaft zu korrigieren.


Die eine richtige Lösung, unabhängig von meinem Wissensstand und ob mehr oder weniger angenehm oder angemessen, liegt darin, sie ohne Argumentation anzunehmen, als etwas Gegebenes, als den Willen des Schöpfers. Daher betrachte ich sie als einen Ruf des Schöpfers. Dies sind die Anweisungen des Schöpfers an mich, wo Er die Punkte unterstreicht, die meinen Zugang zu Ihm hinauszögern.