Menu Content/Inhalt

Absicht der Frau PDF Drucken E-Mail

Auszug aus den Gesprächen von Rav Laitman zum spirituellen Fortschritt der Frauen, 2007/2008

Im Prozess des spirituellen Fortschrittes von Mann und Frau spielt das Maß der quantitativen und qualitativen Anstrengung eine große Rolle. Quantitative Anstrengungen werden nach der Anzahl der Stunden beurteilt, die ein Mensch während der Freizeit seiner spirituellen Entwicklung widmet. Die Qualität hängt davon ab, woran ein Mensch während dieser Zeit denkt. Ein Mensch befindet sich dort, wo sich seine Gedanken und seine Absicht befinden: Gibt er wirklich alles, was ihm möglich ist, um die Spiritualität zu erlangen? Dieses Kriterium betrifft Männer und Frauen gleichermaßen.

Die Frau ist der Ursprung alles Existierenden: sie fördert und entwickelt absolut alles. Der Mann entspricht eher einer Energiequelle, während sich in Wahrheit alles entsprechend dem Programm entwickelt, das in die Frau eingepflanzt ist. Hierin liegt eine wichtige Wechselbeziehung zwischen den Geschlechtern. Der Mann ist dem Schöpfer ähnlich und soll sich daher mit der Höheren Kraft verbinden, sich entwickeln, seine Energie und seine Kenntnisse zur Verfügung stellen. Und all dies gibt er an die Frau weiter, welche aus dieser Kenntnis die Erde formt, aus der sich die Natur zu entwickeln beginnt.

„Wenn sich ein Mann und eine Frau verbinden, werden sie würdig und Shechina (die Göttliche Gegenwart) ist zwischen ihnen.“ Es stellt sich die Frage, wie trotz dieser deutlichen Gegensätze Frieden zwischen den Geschlechtern bestehen kann. Wenn Menschen würdig werden, Empfangen in Geben zu verwandeln – was auch „empfangen, um zu geben“ genannt wird, kann Frieden zwischen ihnen entstehen. Andernfalls gibt es Unstimmigkeiten oder der eine unterliegt dem anderen. Der Begriff des „Unterliegens“ bezieht sich nicht auf die vollkommenen Liebe, denn der Unterlegene wird immer darauf warten, dass seine Macht zurückkehrt (aus Dargot HaSulam Aleph, Rabash).

Ein Mann hat nur solange Verlangen nach der Spiritualität, wie er den Mangel der Frauen empfängt. Wir sprachen über die Tatsache, dass sich die Zehn Sephirot in neun und Malchut teilten. Malchut wird als Frau angesehen und die neun anderen Sephirot gehören zum Mann. Diese neun Sephirot spüren kein Verlangen danach, sich zu entwickeln, außer, wenn sie auf Malchut treffen. Wir müssen verstehen, dass es ein lebensnotwendiges Verlangen ist und ein Mann keine großen spirituellen Erkenntnisse erlangen kann, solange er dieses Verlangen des weiblichen Teils – Nukvah – nicht erhält. Ein Mann und eine Frau müssen sich vereinigen, um spirituelle Zustände erzeugen zu können – genauso wie sie in der körperlichen Welt Nachkommen zeugen. Wenn Frauen Männer unterstützen, wachsen ihre Kelim genauso. Sie verbinden sich mit den ersten neun Sephirot – dem Verlangen zu geben – welches dem Mann zugeschrieben wird. Und durch die Wechselwirkung vergrößern die Frauen ihre Kelim.

Eine Frau erschafft die Umgebung für den Mann, wo er studieren und fortschreiten kann. Sie entwickelt die Leidenschaft nach der Enthüllung und Kenntnis der spirituellen Welt in ihm. Und im Gegenzug fühlt der Mann das Verlangen der Frau in sich und er versucht, die spirituellen Welten zu ergründen und ihr seine Erkenntnisse zu offenbaren (Ravs Gespräch über die spirituelle Entwicklung der Frau, Dezember 2007).

Wenn sich Frauen vereinen – was nicht natürlich ist – um den für das Ziel notwendigen Mangel zu erzeugen, kann durch diese Kraft das wirkliche Ziel gefunden werden und der Schöpfer wird in dieser Kraft sein.. (Rav Laitman mit der Bnei Baruch Männer Gruppe im Januar 2008)

Ohne dieses Verlangen, das die Männer von den Frauen erhalten, ist es unmöglich, in die Spiritualität vorzudringen. Sie erarbeiten sich wirklich das Verlangen; sie kaufen es, indem sie sich verpflichten, den Frauen spirituelle Erkenntnis zu bringen. Männer können alleine keine spirituelle Fülle erlangen. Eine Frau fühlt auf Grund ihrer Natur die Realität, die Welt, die Erde, den Boden unter ihren Füßen anders – sie selbst gibt Leben und setzt Leben fort. Es gibt in ihr etwas, das dem Mann fehlt. Letztendlich gibt die Frau ebenso wie der Schöpfer Leben und Fortschritt (Gespräch über den spirituellen Fortschritt der Frauen Januar 2008).

Wir müssen genau verstehen, was gegenseitige Bürgschaft oder Unterstützung für die Zielerreichung der Männer bedeuten. Es ist wichtig zu wissen, worin dieses Weitergeben des spirituellen Mangels der Frauen an die Männer besteht. Die Frauen bereiten das Umfeld für die Männer vor – sie helfen und unterstützen sie und sie arbeiten in der Verbreitung und in der Organisation mit. Die Frauen sollten alle Möglichkeiten nutzen, um ihren Mangel an die Männer weiterzugeben und ihnen zu zeigen, dass sie große Hoffnung in sie setzen und darauf warten, dass die Männer erfolgreich sind. Wenn die Männer dieses Verlangen spüren, werden sie sich nicht aus dem Staub machen können; sie werden dieses Verlangen nicht unerfüllt lassen können. Es wird sie im Gegenteil vorantreiben und sie werden Spiritualität nicht einmal für sich selbst sondern für die Frauen anstreben, denn für sich selbst könnten sie die Spiritualität zurückweisen – nicht aber für die Frauen. So ist die Natur (Gespräch über die spirituelle Entwicklung der Frau, Januar 2008).

Wenn Frauen ihre Situation gut durchschauen, sind sie fähig, eine Stufe zu erreichen, auf der die Männer einen starken und reinen Wunsch nach Spiritualität haben. Frauen sind verantwortlich dafür. In der Folge werden die Männer danach drängen, diesen Wunsch zu erfüllen – genauso wie in dieser Welt der Mann den Wunsch der Frau erfüllt. Doch wer bestimmt, ob dies geschehen wird? An welchem Verlangen muss man arbeiten, damit dies geschieht? Die Frau bestimmt alles. Letztendlich steht die Frau im Mittelpunkt jeglichen Geschehens in dieser Welt und es hängt mehr von ihr ab als von allen anderen Teilen (Gespräch über den spirituellen Fortschritt der Frau, 16.1.2008).

Dadurch dass sie sich von Adam trennte, wurde die Frau zu einem Individuum. Sie bekam auf diese Art ihre Kraft und Unabhängigkeit. Doch nun kann sie sich durch ihren eigenen Wunsch und aus ihrem jetzigen Zustand mit Adam wiedervereinigen. Frauen spielen eine sehr wichtige, heikle und ich würde sogar sagen - sensible Rolle in der spirituellen Entwicklung der Menschheit. Erstens machen sie die Hälfte der Menschheit aus und logischerweise ergibt sich daraus, dass dieser Teil keinesfalls passiv sein darf. Und zweitens werden Erziehung und Verbreitung genau wie der Prozess der Geburt den Frauen zugeschrieben (Gespräch über den spirituellen Fortschritt der Frau, 19.12.2007).

Diese beiden Teile „Mann und Frau“ wurden in Milliarden Teile zersplittert und fielen in diese Welt. In dieser Welt durchlaufen wir nun einen Prozess der Klärung: wo sind wir und was geschieht mit uns? Als Ergebnis dieser Klärung müssen sich Männer und Frauen wieder zu Adam Ha Rischon vereinigen, doch diesmal entsprechend unseren Wünschen und Anstrengungen. Dann werden wir zu demselben Zustand zurückkehren wie zuvor. Zuvor jedenfalls wurde dieser Zustand von der Höheren Kraft bestimmt.