| Shamati 145 Was heißt es, dass Er gerade „den Weisen Weisheit gibt“? |
|
|
|
|
145: Was heißt es, dass Er gerade „den Weisen Weisheit gibt“? „Gibt Weisheit den Weisen.“ Er stellte die Frage: „Müsste es nicht heißen: ‚Gibt Weisheit den Dummen‘?“ Und er antwortete: Es ist bekannt, dass es im Spirituellen keinen Zwang gibt, sondern ein jeder bekommt gemäß seinem Verlangen. Der Sinn davon ist, dass das Spirituelle die Quelle der Lebenskraft und des Genusses ist, und es sich nicht gehört, eine gute Sache als Zwang zu bezeichnen. Wenn wir also sehen, dass wir uns der Tora und den Geboten unter Zwang widmen, also den Körper überwinden müssen, weil dieser nicht einwilligt, da er keinen Genuss an dieser Arbeit spürt, dann ist der Grund dafür sicherlich der, dass er die Spiritualität nicht spürt, die in ihnen ist, gemäß dem, was bereits gesagt wurde, dass die Spiritualität die Quelle des Lebens und des Genusses darstellt. Wie es im heiligen Sohar steht: „Wo Arbeit ist, da ist auch Sitra Achra“. Und das ist der Grund dafür, dass man nur Weisen Weisheit geben kann, denn die Dummen bedürfen keiner Weisheit. Weisheit kann man nur Weisen geben, und der Grund liegt in ihrer Natur. Wer nämlich weise ist, der liebt die Weisheit, und sein ganzes Verlangen ist sie, und gemäß der Regel „Nichts kann einen Wunsch hindern“ unternimmt er alle Anstrengungen, um Weisheit zu erlangen, und deswegen wird sie ihm auch letztendlich zuteil. Wer also Weisheit liebt, kann bereits Weiser genannt werden, gemäß seinem Endpunkt. Über Narren dagegen steht geschrieben: „Ein Narr wird kein Verständnis begehren“. Der Vers „Gibt Weisheit den Weisen“ will uns folglich sagen, dass derjenige, der Weisheit liebt, sich nicht darüber wundern wird, dass er noch keine Weisheit erlangt hatte, obwohl er viel Mühe darin investiert hat. Sondern er wird seine Arbeit fortsetzen und mit Sicherheit Weisheit erlangen, weil er Weisheit liebt. Deswegen sagt man: „Gehe diesen Weg und du wirst mit Sicherheit Erfolg haben“. Was kann aber der Mensch machen, wenn von Natur aus „der Mensch als wilder Esel geboren wird“, und woher soll er das Verlangen nehmen, nach der Weisheit zu streben? Dafür ist uns der Rat gegeben, auf dem Wege von „Erfüllt Sein Wort“ zu arbeiten, und der Ehre: „Auf die Stimme Seines Wortes hören“. Das bedeutet, dass man Dinge unternimmt, um das, was man erreichen will, zu erreichen. Hier hat er also kein Verlangen nach der Weisheit, folglich ist es das Verlangen nach Weisheit, das ihm fehlt. Er beginnt deshalb, sich zu bemühen, und Handlungen auszuführen, um den Willen zur Weisheit zu erlangen, denn dieser allein fehlt ihm. Und die Reihenfolge ist so, dass der Mensch in der Tora und den Geboten Anstrengungen unternehmen soll, obwohl er keinen Wunsch danach hat, und das nennt sich Anstrengung. Das heißt er führt Handlungen aus, obwohl er keine Lust auf das hat, was er tut. Und das entspricht dem, was die Weisen sagten: „Was immer in deiner Hand und in deiner Kraft ist – tue es“. Und mithilfe des Wissens wird sich in ihm der Wille und das Verlangen nach Weisheit formen. Und dann verwirklicht sich bei ihm das Geschriebene: „Gibt Weisheit den Weisen“, und er wird würdig, „auf die Stimme Seiner Worte zu hören“. Was bei ihm also vorher nur in Form des Tuns war, also Handlung ohne Willen, das wird er nun würdig zu wollen. Wenn wir also wissen wollen, wer Weisheit will, so müssen wir auf denjenigen schauen, der sich um die Weisheit bemüht, obwohl es ihm noch nicht zuteil wurde, einer von jenen zu sein, die Weisheit lieben. Der Sinn davon ist, wie oben beschrieben, dass er durch die harte Arbeit würdig wird, unter jenen zu sein, die Weisheit lieben. Und danach, also nachdem er den Willen zur Weisheit erlangt, wird ihm Weisheit zuteil. Wir stellen also fest, dass der Wille zur Weisheit das Gefäß (Kli) ist, und die Weisheit – das Licht. Und das heißt, dass es „keinen Zwang im Spirituellen gibt“. Das Licht der Weisheit (das Or Chochma) bedeutet das Licht des Lebens, denn die Weisheit wird uns nicht in der Bildung des Verstandes verständlich, sondern durch das Leben selbst, das tatsächliche Wesen des Lebens, und zwar soweit, dass man ohne das als tot gilt. (Das ist der Grund, warum Chochma-Weisheit als Chaja-lebend bezeichnet wird).
|




