| Shamati 179: Das Konzept der drei Linien |
|
|
|
|
Es gibt das Konzept der drei Linien, und das Konzept von Israel, die sich am Körper des Königs festhalten[1]; das Konzept des ägyptischen Exils, als das Volk Israel gezwungen war, nach Ägypten hinabzusteigen; und das Konzept von "wer sich verheiraten will, soll das einfache Volk mitbringen (denn das einfache Volk kennt sich mit Frauen besser aus als ein Weiser)[2]"; und das Konzept dessen, was Abraham fragte: "HERR, mein Gott, woran soll ich merken, daß ich's besitzen werde?[3]"; und der Schöpfer antwortete ihm: "Das sollst du wissen, daß deine Nachkommen werden Fremdlinge sein in einem Lande, das nicht das ihre ist; und da wird man sie zu dienen zwingen und plagen vierhundert Jahre"[4], und "Danach sollen sie ausziehen mit großem Gut"[5]; und das Konzept von GAR sowie das Konzept von WAK, und das Konzept von GAR de-WAK. Nun: der Schöpfungsgedanke bestand darin, Seinen Geschöpfen Genuss zu schenken, und nur damit sie nicht das Brot der Scham essen, gab es den Zimzum (Kontraktion) und den Schirm, wodurch Raum für die Arbeit entstand. Und daraus resultiert der Aspekt der drei Linien: eine Linie ist die rechte, definiert als WAK ohne Rosch, definiert als der Aspekt des Glaubens. Und es gibt eine zweite Linie, welche als die Linke definiert wird, und das ist der Aspekt der Erkenntnis. Und dann treten beide in einen Streit, denn der Glaube ist von der Erkenntnis verhüllt, und die Erkenntnis ist vom Glauben verhüllt. Und dann gibt es den Aspekt der mittleren Linie, definiert als der Aspekt von WAK de-GAR, oder Chochma und Chassadim, oder die linke und rechte Linie, ineinander eingeschlossen. D.h. man erlangt den Aspekt der Erkenntnis gemäß dem Glauben, den man hat. Das bedeutet, dass man genau in dem Maße wie man Glauben hat den Aspekt der Erkenntnis erlangt, und da, wo man keinen Glauben hat, zieht man keine Erkenntnis heran, die ihn vervollständigen würde; sondern er wiegt stets die Linien auf, damit die Eine die Andere nicht überwiegen möge. Und GAR heißt (dass er vor ihm enthüllt) den Aspekt der Erkenntnis ohne den Glauben, und das wird als der Dienst der Völker bezeichnet. Und der Dienst von Israel besteht im Aspekt des Glaubens, worin der Aspekt der Erkenntnis eingeschlossen ist, und das wird als der "Körper des Königs" bezeichnet, also der Glaube und die Erkenntnis zusammen. Abraham seinerseits wird als der Vater des Glaubens bezeichnet, also der Aspekt von Chassadim. Er wusste also, dass jeder, der sich dem Schöpfer nähern möchte, zunächst den Aspekt der Rechten erlangen muss, also den Glauben, und Glaube ist von der Erkenntnis verhüllt. Wenn dem so ist, wie werden sie den Aspekt der Erkenntnis heranziehen können, wenn sie doch keine Gefäße dazu haben? Und das ist es, was Er ihm sagte, dass "deine Nachkommen werden Fremdlinge sein in einem Lande, das nicht das ihre ist", was das Konzept von "sondern sie ließen sich ein mit den Heiden und lernten ihre Werke"[6] bedeutet, also dass es unter der Herrschaft der Völker sein wird, unter deren Herrschaft auch sie sein werden, dass sie den Aspekt von GAR de-Chochma heranziehen werden. Und darum geht es beim Ägyptischen Exil, dass auch Israel den Aspekt von GAR de-Chochma heranzogen: und darin besteht ihr Exil, dass [dabei] die Finsternis herangezogen wird. Der Auszug aus Ägypten findet mittels der Erstgeborenenplage statt, wobei sich unter dem "Erstgeborenen" GAR de-Chochma verbirgt. Der Schöpfer schlug die Erstgeborenen von Ägypten, was das Passah-Blut und das Beschneidungsblut darstellt. Und das ist es, was im Sohar geschrieben steht: "Zur Stunde, als der Heilige, gesegnet sei Er, die Erstgeborenen von Ägypten tötete, etc... kam zur Stunde, als Israel in den Bund des heiligen Buchstabens eintraten, als sie sich beschnitten und sich zur Versammlung von Israel vereinigten." (Abschnitt Emor, 43) Denn die linke Linie wird als "Vorhaut" bezeichnet, da sie die Lichter verschließt. Als er daher die Erstgeborenen tötete, also GAR annullierte, beschnitten sich Israel unten, was die Abschneidung der Vorhaut bedeutet, die als Din de-Dchura bezeichnet wird, welches die Lichter verschließt. So werden mittels einer Beschneidung mithilfe eines Skalpells, welches den Aspekt des Eisens darstellt, genannt Dinin de-Nukwa, Dinim de-Dchura aufgehoben, und so werden an sie WAK de-Chochma herangezogen. Das bedeutet, dass man zu Beginn gezwungen ist, den Aspekt der Vollkommenheit heranzuziehen, also GAR de-Chochma, und es unmöglich ist, eine Hälfte der Stufe heranzuziegen; und das muss gerade mittels der Ägypter geschehen. Das wird als Exil bezeichnet, dass nämlich auch die Juden unbeding unter ihrer Herrschaft sein müssen. Und später befreien sie sich aus ihrer Herrschaft durch den Auszug aus Ägypten, also durch die Korrektur des Masach de-Chirik, das heißt, dass die Ägypter selbst aufschreien: "Macht euch auf und zieht weg!"[7]. Und das meint: "Ich [selbst], und kein Bote"[8]. "Ich", also Malchut, die im verborgenen Sinn den Verschluss (Schloss)[9] meint, und die GAR aufhebt. Dadurch kommt es zum Einschluss der Linken in der Rechten und der Rechten in der Linken. Und das ist die Bedeutung von: "Wer eine Frau heiraten möchte", also Chochma, genannt Aspekt der Linken, "soll das einfache Volk mitbringen", da dieses sich im Aspekt der Rechten befindet, also des Glaubens, und er will den Aspekt der Erkenntnis; er kann also gerade mithilfe des einfachen Volkes den Aspekt von Chochma heranziehen, da er nur eine Antwortauf den Aspekt der Erkenntnis hat, nicht aber auf den Aspekt des Glaubens. "Da stand ich auf, dass ich meinem Freunde auftäte; meine Hände troffen von Myrrhe und meine Finger von fließender Myrrhe am Griff des Riegels (wörtlich: des Schlosses oder Verschlusses, Anm. Ü)[10]". "Myrrhe" meint (und deine Augen werden deinen Lehrer sehen), "Und dein Lehrer wird sich nicht mehr verbergen müssen, sondern deine Augen werden deinen Lehrer sehen"[11]. "Und meine Hände" bedeutet den Aspekt der Erkenntnis, wobei die Finger den Aspekt des Sehens darstellen, wie in "Jeder Einzelne zeigt mit seinem Finger und sagt: siehe, das ist unser Gott"[12]. "am Griff des Riegels (wörtlich: des Schlosses oder Verschlusses, Anm. Ü)", also der Aspekt des Schlosses oder Verschlusses. [1] Sohar Teil 2, S.86/b [2] Der Babylonische Talmud, Traktat Bava Batra, S.167/b [3] Genesis 15:8 [4] Genesis 15:13 [5] Genesis 15:14 [6] Psalmen 106:35 [7] Exodus 12:31 [8] aus der Haggada von Passah [9] siehe auch Vorwort zum Buch Sohar, Artikel "Schloss und Schlüssel", §41-43 [10] Hoheslied 5:5 [11] Jesaja 30:20 [12] Babylonischer Talmud, Moed, Traktat Taanit, S.31/a
|




