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D E R B A U M D E R L E B E N S
L I N I E D E S L I C H T E S
U N D D I E K O N T R A K T I O N
WISSE, DASS (1), BEVOR DIE AUSSTRÖMUNGEN
AUSGESTRÖMT WURDEN UND DIE GESCHÖPFE ERSCHAFFEN WURDEN, NUR DAS (2) HÖHERE EINFACHE
LICHT (3) DIE GESAMTE EXISTENZ ERFÜLLTE UND ES KEINERLEI (4) LEEREN RAUM GAB....
DAS INNERE LICHT
Bedenken Sie, dass die gesamte Weisheit der Kabbala sich mit spirituellen
Themen beschäftigt, und sich weder mit Zeit noch Raum befasst. Das Verschwinden von
etwas, bis es nicht mehr da ist, eine Permutation oder Änderung - all dies ist im
spirituellen Reich völlig unmöglich. Die mannigfaltigen Phasen und Unterscheidungen, die
in dieser Weisheit angesprochen werden, sind nicht auserkoren worden, um die Idee zu
übermitteln, dass die erste Phase verschwand, oder dass sie eine andere Phase annahm;
durch einen "Unterschied" wird nur ausgedrückt, dass eine andere Phase
hinzugefügt wird, und die erste Phase verbleibt. In den späteren Kapiteln wird die
"Kontraktion" einige Male als "Einschränkung" oder
"Beschränkung" gekennzeichnet. Die Bezeichnungen sind so wie vorher auch
austauschbar. Das Ereignis des Verschwindens oder der Änderung kann nur innerhalb der
Natur der materiellen Objekte auftreten. Eine der größten Gefahren für Studierende der
Kabbala ist, dass sie verpflichtet sind, Themen zu begreifen, die durchgehend mit
materiellen Ausdrücken gekennzeichnet werden, so als ob diese einer Beschränkung der
Zeit, des Raumes unterliegen könnten und die Möglichkeit der Veränderung hätten.
Jedoch haben die Autoren solche Ausdrücke nur als Symbole oder Hinweise verwendet, damit
sie deren Konzept der höheren Wurzeln erfassen konnten. Es ist in diesem Studium
unbedingt erforderlich, dass wir jedes Wort in seiner spirituellen Färbung oder Deutung
erklären, und es seiner materiellen Assoziation berauben, so wie wir die Darstellung des
Raumes, der Zeit und der Veränderung eliminieren müssen, denn dies ist nur innerhalb der
Natur der materiellen Ereignisse möglich. Es ist dem Leser dieser Seiten gut angeraten,
sich alle Erklärungen zu merken, die hier dargestellt werden.
(1) BEVOR SIE AUSGESTRÖMT WURDEN
Das Konzept der Phase spiritueller Zeit wird in den folgenden Kapiteln
gründlich erklärt.
(2) DAS HÖHERE LICHT
Dieses ist das Licht, das von der Substanz des Schöpfers ausgestrahlt
wird. Bedenken Sie, dass alle Namen und Benennungen, die in der Weisheit der Kabbala
behandelt werden, nur das Licht betreffen, welches sich von der Substanz des Schöpfers
ausdehnt, und nicht die Substanz Selbst. Genau und wahrhaftig gesprochen, haben wir weder
ein Wort.... noch einen gedachten Ausdruck, durch den wir ‚Von Seiner Substanz'
sprechen können.
Die allgemeine Regel besagt, dass alles, was über unser Auffassungsvermögen hinaus geht,
somit auch über unsere Möglichkeiten es einen Namen zu geben hinausreicht, und wir
ermahnen den Leser, sich immer an diesen Gedanken und diese Regel zu erinnern, damit er
nicht blockiert oder getäuscht werden kann.
(3) HAT DIE GESAMTE EXISTENZ ERFÜLLT
Der Autor behandelt hier offensichtlich den vorhandenen Zustand, bevor die
Welten erschaffen wurden. Welche Art der Existenz gab es zu dieser Zeit, die das erhabene
Licht füllen musste?
Es ist folgendermaßen: Alle Welten und alles, was es in dieser Welt gibt, alle Geschöpfe
des Universums, in welchem Alter sie auch existieren sollten, bevor sie überhaupt in
diese Welt eintraten, einschließlich aller Seelen, die jetzt auf der Erde weilen, und
allen, denen es noch bestimmt ist erschaffen zu werden, zusammen mit ihrer kompletten
Entwicklungskurve, bis hin zu dem endgültigen Ziel der Vollendung und der Vollkommenheit
- sie alle waren vorher in der Welt enthalten, die das "Unendliche" genannt
wird, "Ein Sof", mit ihrer ganzen Schönheit und all ihren Erfüllungen.
Zu dem was wir gerade erfahren haben, müssen wir zwischen zwei Perioden in der
allgemeinen Existenz unterscheiden:
Erste Periode: in der alle Dinge in der unendlichen Welt festgelegt sind und dort in ihrem
Idealzustand und in perfekter Schönheit existieren.
Zweite Periode: in der diese in einer absteigenden Reihenfolge angeordnet
werden und nach der ersten Einschränkung (Tzimtzum) eine neue Form von fünf Welten
(unserer Weltanschauung nach) wie folgt benannt, annimmt:
1.Die Welt von Adam Kadmon
2.Die Welt Azilut
3.Die Welt Briah
4.Die Welt Yetsira
5.Die Welt Asiya
Als der Autor folgendes ausdrückte: "Das erhabene Licht, das sich
von Seiner Substanz ausgedehnt hatte, füllte die gesamte Existenz", beabsichtigte er
uns mitzuteilen, dass Es das allgemeine Sein, das universelle Wesen füllte, welches in
der unendlichen Welt vor der Einschränkung und der daraufhinfolgenden Zurücknahme des
Lichtes existiert und angeordnet ist.
Als das Erhabene Licht dann alle Welten und Seelen, in einer Art und Weise vollständig
gefüllt hatte, dass es keinen leeren Raum mehr gab, der etwas für die Korrektur oder
Vervollkommnung benötigte, war alles auf dem Höhepunkt der Herrlichkeit, der Schönheit
und der Vollkommenheit angelangt.
(4) LEERER RAUM
Der Autor erklärt und beschreibt, dass, bevor die Welten erschaffen
wurden, als nur die Unendliche Welt, noch vor dem Auftreten der Kontraktion existierte, es
kein Vakuum gab. Es gab keinen Raum, der in sich einen Mangel oder eine Minderwertigkeit
enthielt, der irgendeine Art der Korrektur oder der Verbesserung für seine
Vervollkommnung und Vollkommenheit benötigte, weil das Erhabene Licht die Unendliche Welt
vollständig erfüllte.
Da es die Natur des Höchsten Lichtes ist, alle Verlangen des gesamten Universums und
seiner Geschöpfe zufrieden zu stellen, wurde kein einziger Raum belassen, dem die
Geschöpfe der unteren Welt, um sich zu verfeinern oder zu korrigieren, irgendetwas
hinzufügen könnten, und ihre Wirksamkeit zu enthüllen. Ausschließlich durch die
Kontraktion des Lichtes konnte dort eine Fehlbarkeit offenbart werden, die einen
bestimmten Raum für die Korrektur und Verbesserung hinterließ.
Der Leser sollte, wenn er letzteres und nachfolgendes liest, sehr gut aufpassen, nicht
unseren materiellen, fühlbaren Raum dem Gesagten zuzusprechen, denn der Autor behandelt
hier spirituelle Größen, Werte und Verhältnisse, die immateriell und nicht greifbar
sind. |